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Verleg Dich auf Wein ...

AFFIGIEREN MIT WEIN
Nachdem ich die grandiose Kollektion vom Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken von der Saar probiert habe, entbrennt in mir der Wunsch, dass Dorothee Zilliken mir sofort zwei Flaschen von diesem Zaubertrank unter die Arme klemmen möge

BEFRUCHTEN!
Aleš Kristančič gibt nur ungern etwas aus seinen von der Arbeit im Weinberg und Keller gezeichneten, gewaltig großen Händen. Pranken sind das eigentlich.

DIE WEINGOETTER MUESSEN VERRUECKT SEIN
Bevor der Film „Die Götter müssen verrückt sein“ zu einem clownesken Geschwurbel verkommt, erzählt er in den ersten zehn Minuten eine wunderbare Geschichte:
„Verleg dich auf Wein, Al. Bier macht dick, und scharfe Sachen zerfressen den Magen und die Leber, und es ist schwer, dabei zu schreiben. Guter deutscher Weisswein ist schon fuer 3,50 zu haben. Zwei Flaschen, und du erlebst einen netten Abend und wachst am naechsten Morgen nicht mit einem Gefuehl auf, als haettest du die ganze Nacht nasse Katzenscheisse geschluckt.“
Charles Bukowski am 2. November 1977 an A. D. Winans, „Schreie vom Balkon – Briefe“, Gingko Press
Axel Biesler
Axel Biesler
hatte kein Weinerweckungserlebnis und bräsige Deutungshoheit ist ihm ein Graus. In die Weinwelt ist er nolens volens hineingeschliddert und kann sich auch heute noch gleichermaßen über sie wundern wie von ihr begeistern lassen. Es gibt keinen guten Wein, außer man trinkt ihn, lautet sein vorläufiges Fazit. Axel Biesler ist gelernter Winzer und Sommelier. Er lebt, trinkt und schreibt in Köln und veröffentlicht unter anderem in WeinWisser, Effilee, Vinum und Zeo2.DIEWEIN
lässt es geschmeidig angehen, sagt niemandem den Kampf an und keine Trends voraus. Es geht ihr um Geschichten vom Wein in der Welt (und umgekehrt). Doch sind dies keine Prüfprotokolle, die Wein in manierierten Worten in seine sensorischen Funktionen zerlegen, sondern Geschichten, die Geschehnisse hinterfragen und dabei eigene Ideen entwickeln. Detailfetisch vermeidet sie. Ihr Wort ist ihr dennoch teuer und freilich nicht an jeder Stelle wörtlich zu verstehen.
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Eine Woche lang mit Henriette verreist gewesen. Nach der Rückkehr erfahren, dass wir in der Bretagne waren und nicht, wie ich irrtümlich annahm, in der Toskana. Wieso aber bekomme ich heute eine Ansichtskarte von uns aus Florenz? In Jeans Weindepot alle Reste ausgetrunken, nachdenklich.
(Eugen Egner, Aus dem Tagebuch eines Trinkers, Haffmanns Verlag)
Die Wissenschaft kann ja richtig sein, aber die Praxis kann sich auf dieses Richtige der Wissenschaft nicht einlassen.
(Rudolf Steiner, Landwirtschaftlicher Kurs, Rudolf Steiner Verlag)
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Köln, November 2011
Axel Biesler